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<title>Poch</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Poch</span></h1>
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<p><b>Poch</b>, <b>Pochen</b> oder <b>Pochspiel</b>, fr. <b>Poque</b> ist ein sehr altes <a href="Kartenspiel" title="Kartenspiel">Kartenspiel</a>, das bereits im Jahre <a href="1441" title="1441">1441</a> in <a href="Stra%C3%9Fburg" title="Straßburg">Straßburg</a> erwähnt wurde. Pochen gilt als einer der Vorläufer des <a href="Poker" title="Poker">Pokerspiels</a>, das sich im 19. Jahrhundert in Amerika entwickelte. Auch eine etymologische Verwandtschaft der Spielbezeichnungen wird angenommen.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit dem Pochen verwandte Spiele sind das französische Glic und <a href="Nain_Jaune" title="Nain Jaune">Nain Jaune</a> und das englische Pope Joan.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Weitere Vorläufer des Poker und mögliche Verwandte des Pochspiels sind das englische <a href="Brag" title="Brag">Brag</a> aus dem 16. Jahrhundert und das französische <a href="Brelan" class="mw-redirect" title="Brelan">Brelan</a> (später <a href="Bouillotte" title="Bouillotte">Bouillotte</a>) sowie <a href="Belle%2C_Fluss_und_Einunddrei%C3%9Fig" title="Belle, Fluss und Einunddreißig">Belle, Fluss und Einunddreißig</a>.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><i>Pochen</i> ist auch eine andere Bezeichnung für das Kartenspiel <a href="Tippen" title="Tippen">Tippen</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Regeln">Die Regeln</h2></div>
<p>Die im folgenden wiedergegebenen Regeln stützen sich auf die Darstellung in <i><a href="Meyers_Konversationslexikon" class="mw-redirect" title="Meyers Konversationslexikon">Meyers Konversationslexikon</a></i> von 1908; Poch wurde und wird in vielen in Details unterschiedlichen Variationen gespielt; die hier angeführte Regel ist daher keinesfalls in dem Sinne verbindlich wie etwa die Regeln des <a href="Schachspiel" class="mw-redirect" title="Schachspiel">Schachspiels</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Allgemeines">Allgemeines</h3></div>
<p><i>Poch</i> ist ein <a href="Gl%C3%BCcksspiel" title="Glücksspiel">Glücksspiel</a> für drei bis sechs Personen. Man spielt mit einem Paket von 32 oder 52 Blatt <a href="Spielkarte#Französisches_Blatt" title="Spielkarte">französischer Spielkarten</a>, manchmal auch <a href="Spielkarte#Bayerisches_Blatt" title="Spielkarte">deutscher Spielkarten</a>; außerdem benötigt man ein sogenanntes <i>Pochbrett</i>, welches die Einsätze für <i>Ass</i>, <i>König</i>, <i>Dame</i>, <i>Bube</i>, <i>Zehn</i>, <i>Mariage</i>, <i>Sequenz</i> und <i>Poch</i> aufnimmt.
</p><p>Vor Beginn des Spiels setzt jeder Teilnehmer in jedes Feld des Brettes eine Marke. Dann erhält jeder Spieler fünf Karten, die nächste Karte des <i><a href="Talon_(Spiele)" title="Talon (Spiele)">Talons</a></i> wird aufgeschlagen, diese bestimmt die <a href="Trumpf_(Kartenspiel)" title="Trumpf (Kartenspiel)">Trumpffarbe</a> (<i>Atout</i>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Das_Melden">Das Melden</h3></div>
<p>Nach dem Teilen folgt das <i>Melden</i> (<i>Ansagen</i>) der <i>Figuren</i>: Hat ein Spieler das Trumpf-Ass, so weist er dieses vor und zieht den Betrag ein, der in dem betreffenden Fach des Brettes liegt. Ebenso verfahren die Spieler, die den Trumpf-König, die Trumpf-Dame, den Trumpf-Buben und die Trumpf-Zehn besitzen.
</p><p>Hält ein Spieler den Trumpf-König und die Trumpf-Dame, so erhält er abgesehen von den <a href="Einsatz_(Spiel)" title="Einsatz (Spiel)">Einsätzen</a> auf diesen beiden Feldern auch den Einsatz für die <i>Mariage</i> (dt. Hochzeit).
</p><p>Der Einsatz auf dem Feld <i>Sequenz</i> gebührt demjenigen Spieler, der die höchste Folge (<i>Sequenz</i>) von drei aufeinanderfolgenden Karten einer <a href="Farbe_(Kartenspiel)" title="Farbe (Kartenspiel)">Farbe</a> vorweisen kann. Bei <i>Sequenz</i> schlägt die höhere die niedrigere und <i>Atout</i> (Trumpf) die anderen Farben; bei gleichen Sequenzen gewinnt die Vorhand. (Nach anderer verbreiteter Regel muss man zum Gewinn des Faches <i>Sequenz</i> die drei Karten Trumpf-Neun, Trumpf-Acht und Trumpf-Sieben vorweisen – andere Folgen gelten nicht.)
</p><p>Wird ein Fach im Zuge des Meldens nicht geleert, so bleiben die Einsätze auf diesem Feld stehen und gelten für das nächste Spiel. Vor dem nächsten Spiel kommt noch der neue Einsatz dazu.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Das_Pochen">Das Pochen</h3></div>
<p>Das nun folgende <i>Pochen</i> entspricht einem <a href="Poker" title="Poker">Pokerspiel</a> mit stark vereinfachten Regeln.
</p><p>Wer ein „<i>Kunststück</i>“, d.&nbsp;h. zwei oder mehr Karten vom gleichen Rang besitzt, darf sagen: „Ich poche!“ und dabei eine beliebige Anzahl von Marken in die Pochrubrik in der Mitte des Brettes setzen. Wer den Pocher mit einem besseren Kunststück – es zählen nur <i>Gevierte</i>, <i>Gedritte</i> und <i>Paare</i> – glaubt überbieten zu können, sagt: „Ich halte!“ und setzt die gleiche Anzahl Marken. Er kann aber auch <i>nachpochen</i> und den Einsatz erhöhen. Hält er jedoch ein ihm wenig aussichtsreich erscheinendes Blatt, so wird er es vorziehen zu <i>passen</i> und aus dieser Spielphase aussteigen. Danach kommt nach demselben Muster der dritte, vierte etc. Spieler an die Reihe zu setzen – genau so wie bei den Wettrunden im Poker-Spiel.
</p><p>Gevierte (vier Gleiche) gelten höher als Gedritte (drei Gleiche), und diese wiederum höher als Paare (zwei Gleiche). Bei gleichartigen Kunststücken entscheidet der Kartenrang; besitzen zwei Spieler gleiche Paare, so gewinnt der Spieler, der die entsprechende Karte in der Trumpffarbe vorweisen kann.
</p><p>Steigen alle Spieler bis auf einen aus, so gewinnt dieser den Inhalt des <i>Poch</i>-Feldes und braucht sein Blatt nicht vorzuzeigen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Das_Ausspielen">Das Ausspielen</h3></div>
<p>Als letzte Spielphase folgt das <i>Ausspielen</i>: Der Gewinner des Pochens beginnt und spielt eine beliebige Karte aus. Der Spieler, der die im Range nächsthöhere Karte derselben <a href="Farbe_(Kartenspiel)" title="Farbe (Kartenspiel)">Farbe</a> besitzt, legt diese auf die ausgespielte Karte usw., bis diese Kette abbricht, weil sie entweder mit dem entsprechenden Ass abgeschlossen wird oder nicht mehr weiter fortgesetzt werden kann, da die benötigte Folgekarte im Talon liegt. Der Spieler, der die letzte Karte gespielt hat, darf nun mit einer beliebigen Karte aus seiner Hand eine neue Kette beginnen. Auf diese Art wird nun das Spiel fortgesetzt, bis ein Spieler seine letzte Karte ablegen kann.
</p><p>Dieser Spieler erhält nun von jedem Mitspieler so viele Spielmarken als Gewinn ausbezahlt, wie dieser noch Karten in seiner Hand hält (vgl. <a href="Fan_Tan_(Kartenspiel)" title="Fan Tan (Kartenspiel)">Fan Tan</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ergänzungen"><span id="Erg.C3.A4nzungen"></span>Ergänzungen</h3></div>
<ul><li>Nach <i>Meyer</i><sup id="cite_ref-meyer_4-0" class="reference"><a href="#cite_note-meyer-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> werden in das mit <i>Poch</i> bezeichnete Fach in der Mitte zu Beginn des Spieles keine Marken eingezahlt.</li>
<li>Als <i>Sequenz</i> bezeichnet man im Kartenspiel allgemein eine Folge von zumindest drei aufeinanderfolgenden Karten einer <a href="Farbe_(Kartenspiel)" title="Farbe (Kartenspiel)">Farbe</a>, z.&nbsp;B. <span style="color:red; font-weight:bold; background:transparent;"><span class="Unicode" style="font-weight:normal;" title="Herz">♥</span></span>&nbsp;B – <span style="color:red; font-weight:bold; background:transparent;"><span class="Unicode" style="font-weight:normal;" title="Herz">♥</span></span>&nbsp;10 – <span style="color:red; font-weight:bold; background:transparent;"><span class="Unicode" style="font-weight:normal;" title="Herz">♥</span></span>&nbsp;9. Manchmal wird auch so gespielt, dass derjenige Spieler die Einsätze auf dem Feld <i>Sequenz</i> kassieren darf, der die höchstrangige Folge vorweisen kann (so bei <i>Meyer</i>). Hier schlägt die längere die kürzere, bei gleich langen Sequenzen schlägt die höhere die niedrigere, sind beide Sequenzen gleich lang und gleich hoch, so schlägt Atout die anderen Farben; bringt auch das keine Entscheidung, so gewinnt der Spieler, der näher zur Linken des Teilers sitzt.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Siehe_auch">Siehe auch</h3></div>
<ul><li><a href="Nain_Jaune" title="Nain Jaune">Nain Jaune</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Quellen">Quellen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">David Parlett: The Oxford Guide to Card Games. Oxford Univ. Pres 1990, S. 86.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.davidparlett.co.uk/histocs/popejoan.html">Pope Joan</a>, Beschreibung des Spiels von David Parlett.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">David Parlett: The Oxford Guide to Card Games. Oxford Univ. Pres 1990, S. 88 und 95–98.</span>
</li>
<li id="cite_note-meyer-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-meyer_4-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><i><a href="Meyers_Konversationslexikon" class="mw-redirect" title="Meyers Konversationslexikon">Meyers Konversationslexikon</a></i> von 1908</span>
</li>
</ol>
<ul><li><a href="David_Parlett" title="David Parlett">David Parlett</a>: <i>The Oxford Dictionary of Card Games</i>, Oxford University Press Oxford, New York 1992/96</li>
<li>David Parlett: <i>The Oxford Guide to Card Games</i>, Oxford University Press Oxford, New York 1990</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Poch?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Poch</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.pochen.de/">www.pochen.de</a></li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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